Guerilla Marketing

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'14. Kurze Filme'

14. Kurze Filme – lange Wirkung

14. Kurze Filme – lange Wirkung

Posted by Felix on 11th Mai 2006

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Schon seit den Anfängen des Internet erfreut sich ein spezieller Themenbereich sehr großer Beliebtheit – Spaß, Unterhaltung, Provokation… Kurzfilme und lustige Powerpoint-Präsentationen verbreiten sich daher über die verschiedensten Kanäle scheinbar nahezu von alleine.

Ein wirkliches Paradebeispiel für die virale Verbreitung von Kurzfilmen ist sicherlich ein Spot, der im Rahmen der Fußball Europameisterschaft 2004 von einem Anbieter für Sportwetten produziert wurde. Der Kurzfilm, der den Fußball Klassiker Deutschland gegen Holland thematisierte, erhöhte die allgemeine Vorfreude auf das Sportereignis und verbreitete sich rasend schnell – zunächst im Internet.

Besonders beachtenswert waren unter anderen folgende Faktoren:

Mit der Fußball Europameisterschaft hat sich der Anbieter ein Großereignis geschickt zu nutze gemacht. Getreu der Guerilla Philosophie wurde sich einer bereits bestehenden Aufmerksamkeit bedient, anstatt mit großem Budget die erforderliche Awareness für ein bestimmtes Thema zu wecken.

Das Fußballspiel Deutschland gegen Holland bietet eine besondere Brisanz. Man denke nur an das Finale der Fußball Weltmeisterschaft 1974 oder das denkwürdige Spiel 1990 in Italien. Genau diese Begegnung zwischen Rudi Völler und Frank Rijkaard wurde in dem Kurzfilm ebenfalls aufgefangen. Jenes „Reizthema“ erhöhte zusätzlich die Aufmerksamkeit und sorgte für den essentiellen Spaßfaktor. Mit diesem Spot wurde eine enorm breit gefächerte Zielgruppe angesprochen, über die unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten hinweg – egal ob männlich weiblich, jung, alt, gut oder schlecht gebildet, sportinteressiert oder nicht…

Der Film wurde im ersten Schritt über das Internet verteilt. Aufgrund des perfekten Timings und der guten Gestaltung wurde der Film nicht nur zahlreich per E-Mail verschickt und in unterschiedlichsten Foren thematisiert, sondern später auch im Fernsehen gezeigt.

Allerdings nicht durch den Einkauf kostspieliger Werbezeit, die zudem von vielen Zuschauern mit geringer Aufmerksamkeit verfolgt oder für andere Tätigkeiten genutzt wird. Der Kurzfilm wurde stattdessen in redaktionellem Umfeld ausgestrahlt, als über die Europameisterschaft berichtet wurde. Somit war die volle Aufmerksamkeit der Zuschauer garantiert.

Ein wahrer Geniestreich, der sicherlich in diesem Ausmaß nur schwer zu wiederholen ist. Aber auch in kleinerem Rahmen erzielen diese Filme in bestimmten Zielgruppen eine sehr gute Wirkung. Dabei kommen im Wesentlichen zwei Faktoren zum Tragen:

a) Kosten
Mit Hilfe moderner Produktionstechniken können selbst mit überschaubaren Budgets qualitativ hochwertige Kurzfilme erstellt werden. Das Problem besteht also nicht länger in hohen Kosten oder geringer Qualität. Die Spreu trennt sich „lediglich“ aufgrund der Ideen für den Inhalt dieser Kurzfilme vom Weizen.

b) Einfache Verteilung
Dank des Internets muss keine kostspielige Sendezeit im Fernsehen gebucht werden. Gut gemachte Inhalte verteilen sich nahezu von alleine. Sie werden z. B.:

… auf der Website zum Download angeboten.
… an Newsletter Abonnenten versendet.
… in einer kurzen Pressemitteilung angekündigt.
… auf speziellen Portalen für Kurzfilme oder lustige Inhalte eingestellt.

Diese einfachen Maßnahmen reichen oft aus, um die Initialzündung für die Verteilung eines Films vorzunehmen. Sind die Inhalte lustig, spektakulär, überraschend, rührend oder bieten einen anderen Mehrwert, verbreitet sich der Kurzfilm anschließend fast von alleine. Nutzer versenden ihn per E-Mail, um Freunden einen Spaß zu bereiten, Kollegen den Arbeitstag zu versüßen oder den eigenen Humor zu untermauern. Zusätzlich gibt es immer wieder verschiedene Multiplikatoren (siehe auch Kapitel „Community Marketing – wenn dann richtig“), die solche Inhalte an den verschiedensten Stellen im Internet anpreisen.

In den letzten Kapiteln wurde deutlich, dass die einzelnen vorgestellten Maßnahmen oft eng miteinander verknüpft sind und ein Kurzfilm sicherlich nicht nur dazu dient, eine Werbebotschaft zu verbreiten oder der allgemeinen Erheiterung beizutragen.

Ganz „nebenbei“ schaffen Sie damit zusätzlich z.B. weitere interessante Inhalte für Ihre Website oder den Newsletter, sorgen für Gesprächsstoff auf externen Websites und somit für zusätzliche Links, haben weitere Aufhänger für eigene Veröffentlichungen, usw.

Mindmap: Inhalt des Kapitels auf einen Blick

Weiter mit dem Kapitel „15. Viral Marketing – Sekt oder Selters

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