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'25. Denkanstöße'

25. Geliehene Denkanstöße – Aussagen aus unseren „Lieblingsbüchern“

25. Geliehene Denkanstöße – Aussagen aus unseren „Lieblingsbüchern“

Posted by Felix on 10th Mai 2006

facebook buch - marketing unter freunden: dialog statt plumper werbung

Am Ende dieses Buches finden Sie eine Liste mit Buchempfehlungen. Unterschiedliche Kernaussagen aus einigen dieser Bücher nehmen wir an dieser Stelle schon einmal vorweg. Wir hoffen diese gefallen Ihnen genauso gut wie uns und bieten Ihnen – wenn auch nur geliehene – Denkanstöße. Darüber hinaus haben wir Ihnen zum Abschluss dieses Kapitels Informationen aus unterschiedlichen Studien zusammengefasst.

Aussagen aus All Marketers are Liars von Seth Godin:

  • Produkte müssen heute nicht mit der Wahrheit, sondern einer guten Story beworben werden. Entweder erzählt man eine Geschichte die sich von alleine verbreitet oder man findet kaum noch Beachtung.
  • Der erste Eindruck ist oftmals weit wichtiger als wir ihn einschätzen – auch im Bereich Marketing.
  • Studie aus dem Jahr 2003: Pharmazeutische Unternehmen verwendeten ein höheres Budget für den Bereich Marketing und Sales als im Gebiet Forschung und Entwicklung.
  • Als Alice im Wunderland Schach spielte, änderte die Rote Königin nach jedem Zug die Spielregeln. Das gleiche passiert im Marketing Wunderland. Ein Wettbewerber macht eine Veränderung und plötzlich verschiebt sich die gesamte Wettbewerbslandschaft. Beispiel: Napster, Kazaa & Co.
  • Marketing kann nicht länger die Aufmerksamkeit der Verbraucher erzwingen. Fernsehwerbung garantiert heute nicht mehr, dass einem die Menschen auch wirklich zuhören. Doch dieses Bollwerk der Aufmerksamkeit kann durchbrochen werden. Denn ungewöhnliche Werbung wird immer noch beachtet und Menschen können sich gar nicht dagegen wehren etwas Ungewöhnlichem Aufmerksamkeit zu schenken, das gerade auf der Strasse oder andernorts passiert.
  • Viele Menschen wünschen sich das, was jedermann kauft.
  • Die besten Marketers sind weniger Wissenschaftler, sondern vielmehr Künstler.
  • All zu oft sind Marketers dermaßen selbstverliebt, dass Sie glauben ihre Werbebotschaft ist es einfach wert von alleine verteilt zu werden. Nicht sie entscheiden, was es wert ist eine Werbeepidemie auszulösen – diesen Part übernimmt immer noch die Öffentlichkeit.
  • Anstatt sich in die Mitte drängen zu lassen bzw. dem Mainstream folgen sollten Sie realisieren, dass nur eine bemerkenswerte, authentische Story die Chance hat eine Werbeepidemie auszulösen. Der Erfolg hängt davon ab, ob eine Geschichte wirklich extrem ist oder nicht.
  • Langweiligkeit erzielt kein Wachstum!
  • Traditionelles Marketing denkt all zu oft, dass es ausreicht den Verbrauchern eine Nachricht „einzuprügeln“. Wenn das nicht funktioniert wird anschließend einfach versucht noch fester zuzuhauen sprich die gleiche Werbung einfach noch öfter zu schalten.

Aussagen aus Buzz von Marian Salzman, Ira Matathia und Ann O´Reilly:

  • Eine Studie darüber, wie Konsumenten auf ein technisches Produkt aufmerksam geworden sind, ergab folgende Ergebnisse: 4% Printanzeige, 4% TV Werbung, 1% Außenwerbung, 0% Radio, 15% Werbung in Special Interest Magazinen, 36% Empfehlung von Freunden oder Kollegen, 4% Empfehlung von einem Familienmitglied und 0,5% aufgrund eines Hinweises von einem Kind oder Jugendlichen.
  • Erfolgreiches Marketing adressiert nicht die Masse, sondern jene Menschen, die andere beeinflussen.
  • Bieten Sie den Verbrauchern eine Botschaft, die es wert ist, dass man sich darüber unterhält und sie wird sich von alleine verbreiten. Das liegt in der menschlichen Natur.
  • Der Trick besteht oftmals darin, dass Sie eine virale Werbebotschaft erschaffen, ohne dass Ihr Unternehmen sofort als Absender ersichtlich ist.
  • Es geht nicht darum die breite Masse anzuschreien, sondern eine Werbebotschaft in die Ohren der richtigen Verbraucher zu flüstern.
  • Man muss realisieren, dass ein Massenpublikum heute ein seltener Luxus geworden ist.
  • Wenn eine virale Werbebotschaft sich erst einmal von alleine verbreitet, können Sie diese anschließend auch in klassischen Medien weiter verwenden.
  • Nur die stärksten Botschaften überleben.
  • Egal ob Sie eine Auto, einen Staubsauger oder eine CD kaufen möchten, im Internet gibt es Menschen, die Ihnen gerne über ihre Erfahrungen mit dem jeweiligen Produkt berichten.
  • Wenn Verbraucher auf unterschiedlichen Wegen mit einer Marke in Kontakt kommen, steigt die Erinnerung an das Produkt erheblich.
  • Die Realität erfordert heutzutage kreativere und radikalere Lösungen im Bereich Marketing.
  • 67% der Verbraucher in den USA werden von persönlichen Empfehlungen beeinflusst.
  • Der durchschnittliche Verbraucher berichtet 6 Personen über eine gute Erfahrung, eine schlechte teilt er mit jedem Menschen den er trifft.
  • Leute fangen u.a. an zu berichten, wenn Sie über exklusive Informationen bzw. Produkte verfügen oder einmalige Dinge selbst miterlebt haben (dies ist eines der Erfolgsrezepte des in dem Kapitel „Viral Marketing – Sekt oder Selters“ beschriebenen Vorgehens zur Promotion von neuen Filmen oder Schallplatten).
  • Themen, die es wert sind sich darüber zu unterhalten, stellen heutzutage eine Art soziale Währung dar – egal ob beim Smalltalk im Büro, in einer Bar oder bei einem Treffen mit Freunden oder Bekannten.
  • Menschen unterhalten sich über Dinge, die sie schockiert haben. Humor ist hierbei eine starke Waffe. Versprüht dieser einen gewissen Charme werden Verbraucher auch radikale Botschaften positiv bewerten.
  • Der Erfolg einer viralen Werbebotschaft beruht u.a. darauf, dass sie den bisher genannten Kriterien gerecht wird und die Verteilung zur richtigen Zeit am richtigen Ort erfolgt.
  • Ärger, Erleichterung, Überraschung, Angst, Verwunderung, usw. – all dies sind wertvolle Emotionen, die es Ihnen ermöglichen einer Werbebotschaft das erforderliche Leben einzuhauchen.
  • Schock-Taktiken durchstoßen die heutzutage langweiligen Werbebotschaften. Dieses Vorgehen zielt oftmals darauf ab, eine bestimmte Zielgruppe zu verärgern. Das Ziel besteht beispielsweise darin, ältere Menschen zu schockieren, so dass bei der eigentlich für das Produkt relevanten jüngeren und rebellischen Zielgruppe Sympathiepunkte gesammelt werden.
  • Beispielhafte Anzeige in einem Frauenmagazin: „Orale Befriedigung. Ist das nicht wonach Ihr Freund immer fragt“. Diese Werbung stammte von einem Lebensmittelhändler aus Südafrika. Sicherlich übertreten vergleichbare Anzeigen gelegentlich die Grenze des guten Geschmacks. Aber gewöhnlich werden sie von den gewünschten Zielgruppen positiv aufgenommen.
  • Ein Wettbewerb hilft oftmals die virale Verteilung einer Werbebotschaft zu fördern. Als erfolgreiche Ergänzung haben sich hierbei Inhalte aus dem Bereich Entertainment etabliert. Diese Kombination erzielt wesentlich bessere Ergebnisse.
  • Was Freunde sagen ist wesentlich wichtiger, als das was unterschiedliche Medien berichten.
  • Speziell das Leben jüngerer Menschen wird heute von Kommunikation, Verbindungen und Interaktivität geprägt. Bildung, Reisen und Technologien sind ihre Power-Tools. Fremde Länder und Kulturen entdecken ist ein weit verbreitetes Hobby. Sie möchten neue Dinge kennen lernen, neue Geschmäcker erfahren, neue Ideen und Erfahrungen sammeln. Dabei ist Authentität eines der Schlagworte im Vokabular der Jugend. Sie erkennen schnell was real und was getürkt ist.
  • Ein simples Werbebanner auf einem Musikfestival aufzuhängen ist heute kein Erfolgsrezept mehr.
  • Oftmals erkennen Verbraucher, dass sie beispielsweise mit einem Kurzfilm im Internet eine virale Werbebotschaft von einem Unternehmen verbreiten. Aber ist der Film gut gemacht stören sie sich nicht daran.
  • Führen all diese Erkenntnisse zum Tod der Werbung? Nicht im Geringsten. Ist dies das Ende der Werbung, wie wir sie heute kennen? Auf jeden Fall.

Aussagen aus Free Prize Inside von Seth Godin:

  • Marketing bezieht sich nicht nur auf Anzeigen in einer Zeitschrift, sondern spielt sich oftmals auch innerhalb eines Produktes ab. Beispielsweise hat Amazon zwischenzeitlich einmal seine kompletten Marketingaktivitäten eingefroren. Das Budget wurde stattdessen dafür verwendet, die bestellten Bücher kostenlos zu versenden.
  • In einem Zeitalter mit zu viel Krach, Auswahl, unterschiedlichsten Kanälen – sowohl im Fernsehen als auch Wege, in denen Werbebotschaften den Weg zum Verbraucher suchen – SPAM, etc. besteht das Erfolgsrezept im Bereich Marketing nicht mehr darin, die gewünschten Zielgruppen mit der Werbung für ein Produkt „zu stören“. Vielmehr fliehen clevere Marketers verstärkt aus den kostspieligen Massenmedien und suchen nach entsprechenden Alternativen.
  • Oftmals versuchen Unternehmen mit Marketing Probleme zu lösen, deren Kern innerhalb des Produktes liegt. Doch das beste Marketing verpufft, wenn das Produkt nicht den Erwartungen des Kunden entspricht oder noch besser diese übertrifft.

Aussagen aus Purple Cow von Seth Godin:

  • Wer auf dem Marktplatz nicht auffällt geht darin unter.
  • Egal wie erfolgreich jemand ist wird er dennoch niemals von jedermann geschätzt. Dies gilt nicht nur für Musiker, Politiker oder sonstige Personen des öffentlichen Lebens, sondern auch für Produkte und Unternehmen. Stellen Sie sich also darauf ein, dass Sie wahrscheinlich scharf angegriffen werden, wenn Sie wirklich erfolgreich sein möchten und es schaffen „bemerkenswert“ zu sein. Oder Sie machen weiter wie bisher und bleiben in Deckung. Denn attackiert werden gewöhnlich nur diejenigen, die im Rampenlicht stehen.

Aussagen aus The Brand Gap von Marty Neumeier

  • Eine Marke ist das Gefühl einer Person über ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein Unternehmen. Wobei jede Person unterschiedliche Gefühle hegt. Erst wenn eine gewisse Anzahl von Personen das gleiche Gefühl hat, kann man wirklich von einer Marke sprechen. Wobei die daraus resultierenden Werte oftmals von der Definition der Marke seitens der Unternehmen abweichen.
  • Heutzutage haben wir einen Reichtum an Informationen, aber eine Armmut an Zeit, die uns dafür zur Verfügung steht.
  • Nehmen Sie sich die letzte Ausgabe Ihrer Lieblingszeitschrift zur Hand und betrachten Sie die darin enthaltenen Anzeigen. Welche berühren Ihre Emotionen? Werden Sie sich auch noch morgen an diese erinnern können? Falls nicht liegt das oftmals an der fehlenden Kreativität vieler Anzeigen.
  • Worin besteht Ihr Wettbewerbsvorteil bzw. was zeichnet Ihr Unternehmen aus? Die häufigste Antwort: Innovation. Per Definition bedeutet „innovativ“, dass es sich um etwas „wirklich“ Neues handelt. Dies kann daher vorher noch nicht ausprobiert worden sein. Daher bergen Innovationen stets auch Risiken – sowohl in der Produktentwicklung als auch in der Kommunikation. Doch gewöhnlich scheuen Unternehmen Risiken. Nun fragen Sie sich noch einmal: Sind Sie wirklich innovativ?
  • Wer hinterherläuft kann kein Anführer sein.
  • Kreativität bedeutet nicht täglich das Rad neu zu erfinden, sondern einfach „frisches“ Denken.
  • Ein japanisches Sprichwort lautet: Der Nagel, der heraus sticht, wird als erster vom Hammer getroffen. Daher haben Menschen Angst vor neuen Ideen. Denn man fällt auf und streckt seinen Kopf aus der Masse heraus. Dabei liegt es auf der Hand, dass dieser leichter getroffen wird als ein Kopf, der sich in der breiten Masse verbirgt.
  • Henry Ford´s Entscheidungen beim Autobau beruhten weniger auf Marktforschung, sondern oftmals eher auf Intuition. „Wenn wir die Leute gefragt hätten, was Sie benötigen, wäre die Wahl auf schnellere Pferde gefallen.“
  • Wenn Menschen mit sich selbst sprechen, bezeichnet man sie als verrückt, bei Unternehmen nennt sich dies oftmals Marketing.

Aussagen aus Buzz Marketing von Mark Hughes

  • Marketing ist oftmals nicht ehrlich und aufrichtig. Aber Verbraucher sind nicht dumm und fühlen sich hinters Licht geführt.

Aussagen unterschiedlicher Studien

  • Laut einer europaweiten Umfrage von MSN ist das Internet die wichtigste und meistgenutzte Informationsquelle, noch vor Freunden, Familienangehörigen und Zeitungen.
  • Studie von Adtech (September 2005): Die durchschnittliche Bannerklickrate liegt europaweit inzwischen nur noch bei ca. 0,22%.
  • Das Internet vertreibt in der Beliebtheitsskala bei Jugendlichen den Fernseher und das Radio. Die demographische Auswertung der Media Consumption Study der European Advertising Association (EIAA) zeigte, dass europäische Jugendliche immer mehr im Internet surfen und dafür weniger vor dem Fernsehen sitzen und weniger Radio hören. Ein Viertel der Mediennutzzeit verbringt die Zielgruppe zwischen 15 und 24 Jahren europaweit online. Nahezu 50% surfen laut dieser Studie lieber im Internet, als fernzusehen.
  • Penetrante Pop-up-Werbung: Auf solche Belästigung reagieren 75% der Nutzer allergisch, also mit Flucht, fand die New Yorker Online-Marketing Firma eMarketer heraus.
  • Laut der Werbezeitschrift W&V bloggten im Jahr 2005 in den USA bereits 8 Millionen Menschen, in Frankreich 3 Millionen, in Deutschland 200.000.
  • 1999 nutzten die Menschen das Netz durchschnittlich 9 Minuten, heute (2005) sind die Menschen laut der TimeBudget-Studie des Online-Vermarkters SevenOne Interactive im Durchschnitt fast 1 Stunde online.
  • Handy überholt Festnetz: Der Flatrate gehört die Zukunft
    Bis zum Jahr 2010 werden die deutschen Bundesbürger überwiegend mit dem Handy ihre Anrufe erledigen und nur noch vereinzelt das konventionelle Festnetz nutzen. Davon ist jedenfalls nach den Ergebnissen einer Umfrage auszugehen, die der Arbeitskreis M-Commerce des eco Verbandes der deutschen Internetwirtschaft durchgeführt hat. Rund 93% der befragten Experten gaben an, dass bis dahin das Handy das wichtigste Medium zum Telefonieren sein wird. Mehr als ein Drittel der Fachleute geht davon aus, dass das Festnetz, wie wir es heute kennen, 2010 so gut wie überhaupt keine Rolle mehr spielen wird.
  • 70% der Deutschen laden zurzeit Klingeltöne auf ihr Handy, damit führen diese die Download-Hitliste mit großem Abstand an. Allerdings glauben nur 26%, auch in den nächsten zwölf Monaten auf diese Inhalte zurückzugreifen. Das hat die weltweite Studie „Der Markt für mobile Inhalte“ von LogicaCMG aus dem Jahr 2005 ergeben. Der Download aktueller Meldungen, den momentan rund ein Fünftel der Befragten nutzen, wird hingegen in den kommenden zwölf Monaten auf 36% steigen.

Weiter mit dem Kapitel „26. Glossar – Begriffe und Definitionen rund um Guerilla, Online, Mobile & Co.

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