Guerilla Marketing

Online, Mobile & Crossmedia

'5. Online Services'

5. Gute Online Services – schaffen Dauergäste & sorgen für Gespräch

5. Gute Online Services – schaffen Dauergäste & sorgen für Gesprächsstoff

Posted by Felix on 11th Mai 2006

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Neben den Inhalten ermöglichen Ihnen auch gute Online Services einmalige Besucher in Dauergäste zu verwandeln oder für zusätzlichen Gesprächsstoff zu sorgen. Überlegen Sie einmal, wie viele Leute sich über das Wetter im Internet erkundigen? Vor einem Termin in einer fremden Stadt besucht man meist einen Online Routenplaner oder spezielle Online Services, um sich über das Abendprogramm, gute Restaurants oder Sehenswürdigkeiten zu informieren.

Möglicherweise gibt es auch in Ihrer Branche einen bisher nicht umgesetzten Online Service, der Ihnen hilft ähnliche Effekte wie die beschriebenen zu erzielen. Da haben Sie auch schon drüber nachgedacht… Da gibt es nichts… Diese oder ähnliche Einwände haben wir schon oft gehört. Macht man sich allerdings mit der Denkweise eines Guerillas vertraut, stößt man oftmals auf vollkommen neue Dinge bzw. Ideen.

Hier ein praktisches Beispiel: Ende 2003 kam ein Unternehmen auf uns zu, das ein Haarpflegemittel vertrieb. Dabei tauchte auch die Frage nach einem „etwas anderen Online Service“ auf.

Welches Thema beschäftigt wohl Leute, die mit Haarausfall konfrontiert sind? Klar, wie lange hat man überhaupt noch Haare und was kann man tun, um diesem Übel entgegenzutreten.

Unser Vorschlag: Ein Online Service, der gewisse Parameter abfragt, dem Kunden sagt wie lange er voraussichtlich noch Haare auf dem Kopf hat und was er gegen Haarausfall tun kann. Selbstverständlich lag die zwischen den Zeilen versteckte Lösung oftmals in den Produkten des Unternehmens, das dieses Konzept bei uns angefragt hatte.

Bedauerlicherweise wurde das Unternehmen in einen Rechtsstreit verwickelt und musste den Vertrieb der Produkte im deutschsprachigen Raum vorübergehend einstellen. Ein halbes Jahr danach setzte jedoch ein anderer namhafter Hersteller mit seinem „Glatzenrechner“ ein ähnliches Konzept um.

Nicht nur, dass den Betroffenen damit ein hilfreicher Online Service zur Verfügung gestellt wurde, der mehr als 1 Mio. Besucher verzeichnen konnte. Nein, auch seitens der Medien wurde dieser Idee große Aufmerksamkeit geschenkt. Was wiederum mit einer Vielzahl an Veröffentlichungen belohnt und seitens der Betroffenen im Internet diskutiert wurde. Geben Sie doch einfach mal den Begriff „Glatzenrechner“ in Google ein und überzeugen Sie sich selbst.

Neuerdings gewinnt ein weiteres Thema an Bedeutung, das auf den beschriebenen Ansätzen aufbaut: Web 2.0 Applikationen. Dieser Begriff wurde von der Versionsbezeichnung bei der Entwicklung von Software abgeleitet. Die Startversion eines Programms wird z.B. als Word 1.0 bezeichnet. Kleine Änderungen führen zu Word 1.1, 1.2 und so weiter. Bei einer kompletten Überarbeitung wird die Zahl vor dem Komma verändert, so dass das Programm fortan Word 2.0 heißt. Dieses Vorgehen wurde nun auf das Internet übertragen.

Beispielsweise handelt es sich bei Web 2.0 neben der verbesserten Nutzung gemeinsamen Wissens – ein bekanntes Beispiel ist das Internetlexikon Wikipedia –auch um Online-Anwendungen, die das alltägliche Leben erleichtern sollen. Bisher umfasst dies überwiegend Dinge wie Kalender, Adressbuch, Aufgabenverwaltung, Datenspeicher im Internet, so dass Dokumente jederzeit und überall abgerufen werden können, Projekt Management Tools, oder einen zentralen Platz zur Verwaltung von Bookmarks (Favoriten im Internet Explorer).

Zukünftig werden eine Vielzahl weiterer, teilweise innovativerer Anwendungen entstehen. Denn die Nutzung von Inhalten aus dem Internet wird sich schon in absehbarer Zeit nicht länger auf den PC beschränken, sondern verstärkt auch auf mobilen Endgeräten stattfinden. Bisher wird die Technologie zwar nur vereinzelt genutzt, aber bereites heute verfügt nahezu jedes Mobiltelefon auch über einen Internetzugang.

Somit sind unterschiedlichste Anwendungen denkbar. Sei es ein Programm, das es Ihnen beim Einkauf in der Innenstadt ermöglicht ein bestimmtes Produkt einzugeben und z.B. auf Basis der GPS Daten Ihres Mobiltelefons umgehend zu prüfen, ob der gleiche Artikel zu einem besseren Preis in einem der umliegenden Geschäfte erhältlich ist. Selbstverständlich ein Horror-Szenario für den Einzelhandel, aber ein Traumzustand für die Verbraucher. Und diese bestimmen nun einmal die Regeln in dem heutzutage überwiegend vorherrschenden Käufermarkt. Oder man denke an einen Ernährungsplaner, der auch unterwegs hilft sich entsprechend der Anweisungen des Arztes oder den Richtlinien einer besonderen Diät zu ernähren.

Die Möglichkeiten – egal ob mit Hilfe eines PC´s oder mobilen Endgeräts genutzt – sind nahezu unerschöpflich. Die Kunst besteht „lediglich“ darin, entsprechende Online-Services zu entwickeln, die Nutzern wahrhaftige Mehrwerte bieten. Wobei das „lediglich“ bewusst in Anführungszeichen steht. Denn die Königsdisziplin besteht natürlich darin einen neuartigen Service mit hohem Mehrwert zu erschaffen. Aber selbst Services, die nicht diesem Stein der Weisen entsprechen, können hervorragende Dienste leisten. Beispielsweise Steigerung der Websitebesucher, Kundenservice und –bindung, Schaffung von Gesprächsstoff über Ihr Angebot, etc.

Mindmap: Inhalt des Kapitels auf einen Blick

Weiter mit dem Kapitel „6. Die eigene Community – Besucher in Autoren verwandeln

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